2000 Höhenmeter mit dem E-Bike: Wer macht zuerst schlapp – der Akku oder du?
9. Oktober 2026 · 14 Min. Lesezeit · von Lex Shatilov
Aleksei „Lex“ Shatilov – zertifizierter Mountainbike-Guide (Guida di Mountain Bike, Accademia Nazionale del Ciclismo), MTB Tour Garda, Riva del Garda
Du suchst dir eine Tour aus und siehst diese Zahl: 2000 Höhenmeter. Sofort fällt dir deine letzte Ausfahrt ein: Da war der Akku nach 1000 Höhenmetern halb leer. Die Rechnung scheint klar: Das reicht nicht. Doch, es reicht – wenn du den größten Teil des Anstiegs im Eco-Modus fährst. Meistens liegt es nicht am Akku, sondern daran, wie du ihn nutzt.
Ein Beispiel ist der Tremalzo, ein Klassiker hoch über dem Gardasee mit rund 2200 Höhenmetern. Die schaffst du mit einer Akkuladung. Die Zahlen einer solchen Fahrt stehen weiter unten.
Worum es hier geht. Um E-Mountainbikes mit dem Bosch-Motor Performance Line CX und 800-Wh-Akku. Alle Berechnungen gelten für diese Räder. Im Text findest du dreierlei: Zahlen aus Tests und Fahrten, Berechnungen und Tipps. Es steht immer dabei, was was ist. Die Quellen sind im Text verlinkt. Die ganze Rechnung steht Schritt für Schritt am Ende, unter „So wurde gerechnet“.
Wer arbeitet: du oder der Motor?
Der Motor hat mehrere Modi. Sie unterscheiden sich vor allem in einem: wie viel Arbeit du übernimmst – und wie viel der Motor.
Jeder Modus hat seinen Prozentwert. Er zeigt, wie viel der Motor zu deiner eigenen Kraft dazugibt. Im Eco-Modus sind es beim Bosch Performance Line CX 60 Prozent. Bringst du 10 Teile Kraft aufs Pedal, legt der Motor also 6 drauf. Im Turbo sind es bis zu 340 Prozent. Zu deinen 10 Teilen kommen dann bis zu 34 vom Motor. Das ist mehr als das Dreifache deiner eigenen Kraft.
| Modus | Der Motor gibt dazu | Dein Anteil an der Arbeit | Anteil des Motors |
|---|---|---|---|
| Eco | 60 % | rund 62 % | rund 38 % |
| Tour | 140 % | rund 42 % | rund 58 % |
| Turbo | bis zu 340 % | rund 23 % | rund 77 % |
So kommen diese Anteile zustande: In Eco gibst du 10, der Motor gibt 6 dazu. Das macht zusammen 16. Davon kommen 10 von dir, also rund 62 Prozent.
Der Berg ändert sich nicht, wenn du den Modus wechselst. Dich nach oben zu bringen, kostet immer gleich viel Arbeit. Im Turbo übernimmt der Motor mehr als drei Viertel davon, deshalb ist der Akku schneller leer. Das Magazin BIKE hat das an einem Anstieg getestet – 2019, mit einem 400-Wh-Akku. In Eco kam der Fahrer mit demselben Akku fast doppelt so hoch wie im Turbo.
Und das Gewicht? Das spielt auch eine Rolle, aber eine kleinere. 20 kg mehr kosten dich rund 15 Prozent Reichweite. Der Wechsel von Eco auf Turbo kostet dich mehr als 40 Prozent.
Jetzt kommt der Haken. Ein Akku reicht für einen langen Anstieg, weil du in Eco den größten Teil der Arbeit selbst machst. Am selben Anstieg leisten deine Beine in Eco zwei- bis dreimal so viel wie im Turbo. Wenn du sonst immer Turbo fährst, sind 2000 Höhenmeter für den Anfang zu viel. Fahr am besten zuerst einen Anstieg mit 1000 Höhenmetern in Eco. Klappt das gut, bist du bereit für mehr.
Wie weit bringt dich der Akku?
Ausgangspunkt ist ein Test des Magazins BIKE. Das Testrad war ein Cube mit Bosch Performance Line CX und 800-Wh-Akku. Es fuhr im Turbo eine Asphaltstraße hinauf. Die Straße ist steil: im Schnitt 12,2 Prozent. Der Fahrer wog mit Ausrüstung 90 kg. Nach 2259 Höhenmetern war der Akku leer.
Das sind fast ideale Bedingungen: Asphalt, ein steiler Anstieg und gleichmäßiges Tempo. Deine Zahl ist das also noch nicht. Sie muss zu deinem Gewicht, zu deinem Modus und zu einer normalen Tour im Gelände passen. Außerdem lohnt es sich, 20 Prozent Akku als Reserve einzuplanen. Das kommt dabei heraus:
| Gesamtgewicht | Eco | Tour | Turbo |
|---|---|---|---|
| 100 kg | 3000 m | 2300 m | 1700 m |
| 120 kg | 2500 m | 1900 m | 1400 m |
| 140 kg | 2100 m | 1600 m | 1200 m |
So viele Höhenmeter schaffst du mit einem 800-Wh-Akku, wenn am Ende noch 20 Prozent übrig sein sollen. Die Werte sind berechnet, nicht gemessen. Wie gerechnet wurde, steht am Ende des Artikels.
Gesamtgewicht heißt: du in Radkleidung, dein Rucksack, dein Wasser und das Rad. Das Rad allein wiegt rund 25 kg.
Kommt dir das bekannt vor? „1000 Höhenmeter, und der halbe Akku ist weg.“ Das ist Turbo.
In Eco ist die Reichweite so groß, dass nicht mehr der Akku die Grenze ist. Es sind deine Beine. Darum geht es in der zweiten Hälfte dieses Artikels.
Was die Tabelle nicht weiß. Sie zählt nur die Höhenmeter. Lange flache Abschnitte kosten auch Akku, wenn der Motor läuft – im Turbo sogar ziemlich viel. Bei Kälte oder mit vielen Stopps kommst du weniger weit. Nimm die Tabelle also zum Planen, nicht als Versprechen.
Stimmt das auch in der Praxis?
Eine Rechnung prüft man am besten auf dem Rad. Hier sind die Zahlen einer Tremalzo-Fahrt des Autors.
- Datum: 6. Oktober 2026. Wetter: trocken, weder heiß noch kalt.
- Rad: ein Cube Stereo Hybrid ONE22 Pro 800. Es hat denselben Motor und denselben Akku wie das Rad im BIKE-Test: Bosch Performance Line CX und PowerTube 800 (800 Wh). Gesamtgewicht: 120 bis 125 kg.
- Start am See mit 100 Prozent. Unterwegs wurde nicht geladen.
- Bis zum Restaurant knapp unter dem Pass: Eco-Modus. Auf den flacheren Abschnitten war der Motor aus.
- Dort, nach rund 1700 Höhenmetern, zeigte das Display 58 Prozent.
- Danach: Eco, wo immer es ging, abschnittsweise Tour+ und ab und zu Turbo. Am Ende, nach rund 2200 Höhenmetern, zeigte das Display 33 Prozent.
Bis zum Restaurant hat die Fahrt 42 Prozent Akku gekostet. Das sind rund 2,5 Prozent pro 100 Höhenmeter. Laut Tabelle wären es für denselben Anstieg in Eco rund 55 bis 57 Prozent. Der Unterschied hat zwei Gründe: Erstens war der Motor auf den flacheren Abschnitten aus, zweitens rechnet die Tabelle für normale Touren schon einen Abschlag ein. Die Tabelle ist also eher vorsichtig.
Der zweite Teil der Runde zeigt die Kehrseite. Dort sind es nur noch rund 500 Höhenmeter. Aber abschnittsweise liefen Tour+ und Turbo, und der Weg nach Hause ist lang. Das hat weitere 25 Prozent Akku gekostet.
Die Akkuwerte stammen vom Display des Rads. Die Höhenmeter stammen vom GPS und sind gerundet.
Tour+ und eMTB: die Mitte, die nicht immer in der Mitte liegt
In der Tabelle oben steht der Tour-Modus, der immer 140 Prozent dazugibt. Neue E-Mountainbikes mit Bosch-Motor haben ihn aber meistens nicht. Die meisten kommen mit vier Modi aus dem Laden: Eco, Tour+, eMTB und Turbo. In der Bosch-App eBike Flow kannst du einen davon gegen Tour tauschen, wenn Tour für dein Rad verfügbar ist.
Die beiden mittleren Modi wirken wie die goldene Mitte: genug Unterstützung, und der Akku hält. Ganz so ist es nicht. Beide Modi sind „schlau“. Sie entscheiden selbst, wie viel sie dazugeben – je nachdem, wie fest du in die Pedale trittst. Bosch hat Tour+ bei der Vorstellung so erklärt: In der Ebene hilft der Motor weniger, um Akku zu sparen. Am Anstieg gibt er mehr dazu, wenn du fester trittst. Der eMTB-Modus arbeitet ähnlich. Er gibt zwischen 140 und 340 Prozent dazu.
| Modus | Der Motor gibt dazu | So viele Höhenmeter schafft der Akku |
|---|---|---|
| Eco | 60 % | 2500 m |
| eMTB | 140 bis 340 % | 1900 bis 1400 m |
| Turbo | bis zu 340 % | 1400 m |
Die Höhenmeter gelten für einen 800-Wh-Akku und 120 kg Gesamtgewicht, mit 20 Prozent Reserve. Bei eMTB sind das Ober- und Untergrenze, kein Testergebnis. Dein tatsächlicher Wert liegt irgendwo dazwischen – je nachdem, wie fest du trittst. Für Tour+ stehen hier keine Zahlen. Je nach Quelle werden andere Werte genannt, und eine offizielle Angabe von Bosch für den neuen Motor war nicht zu finden.
An einem langen, steilen Anstieg trittst du fest in die Pedale, also gibt ein „schlauer“ Modus mehr dazu. Dann kommt eMTB nah an Turbo heran, und der Akku wird fast genauso schnell leer. Du willst vorher wissen, wie viel Akku du brauchst? Dann bleib an einem langen Anstieg lieber in Eco.
Noch etwas. Updates können den Motor stärker machen. Mit dem Update von 2025 gibt er bis zu 400 Prozent dazu. Mit dem Update vom Mai 2026 sind es kurzzeitig bis zu 600 Prozent, bei Geschwindigkeiten bis 15 km/h. Ein Update ändert deine Einstellungen nicht. Die zusätzliche Kraft bleibt aus, bis du sie in der App einschaltest. Je mehr Arbeit der Motor übernimmt, desto schneller wird der Akku leer. Alle Berechnungen in diesem Artikel gelten für die üblichen 340 Prozent.
So fährst du einen langen Anstieg
- Starte in Eco. In der ersten Hälfte des Anstiegs sparst du Akku – da sind deine Beine noch frisch.
- Achte auf die Akkuprozente, nicht auf die Kilometer. Berechnet für 120 kg Gesamtgewicht: Eco braucht etwas mehr als 3 Prozent Akku pro 100 Höhenmeter, Turbo rund 5,6 Prozent.
- Rechne unterwegs nach. 500 Höhenmeter geschafft und 18 Prozent verbraucht? Dann kosten 100 Höhenmeter 3,6 Prozent. Es fehlen noch 1700 Höhenmeter, dafür brauchst du 61 Prozent. Macht zusammen 79 Prozent, es bleiben also 21. Du kommst an, aber nur knapp über deiner 20-Prozent-Reserve.
- Plane 20 Prozent Reserve ein. Wenn du müde wirst und in einen stärkeren Modus schaltest, stimmt deine Rechnung nicht mehr. Und auf dem Rückweg kann es noch einmal bergauf gehen. Ein 25-kg-Rad ohne Motor den Berg hochzutreten, ist hart.
- Heb dir Turbo für den Schluss auf. Wenn der große Anstieg hinter dir liegt und genug Akku da ist, kannst du ruhig in einen stärkeren Modus schalten.
- Tritt schneller, in einem leichteren Gang. So arbeitet der Motor besser. Bosch empfiehlt 60 bis 90 Kurbelumdrehungen pro Minute.
- Nimm nichts Unnötiges mit und prüfe den Reifendruck. Zu weiche Reifen fressen Akku. Auch das ist ein Tipp von Bosch.
Unterwegs laden
- Kläre vor der Tour, wo du laden kannst – und ob dort geöffnet ist. Eine Hütte am Pass kann geschlossen sein. Ein Plan B schadet nicht.
- Nimm ein 4-Ampere-Ladegerät mit. Es lädt einen 800-Wh-Akku in rund 2,6 Stunden auf 50 Prozent. Das sind rund 10 Prozent in einer halben Stunde, also rund 300 Höhenmeter in Eco. Manche Räder werden mit einem 2-Ampere-Ladegerät verkauft. Das lädt langsamer.
- Erwarte nicht zu viel von einer Kaffeepause. Eine Viertelstunde bringt nur rund 5 Prozent. Eine Stunde Mittagspause bringt rund 20 Prozent.
- Ein fast leerer Akku lädt schneller. Die Zahlen oben gelten für die erste Hälfte des Akkus. Die zweite Hälfte füllt sich langsamer. Das zeigen die Angaben von Bosch für einen 750-Wh-Akku am 4-Ampere-Ladegerät: Die ersten 50 Prozent dauern 2,3 Stunden, die zweiten 3,7 Stunden.
- Lade am Vorabend alle Akkus auf 100 Prozent. Je 10 Prozent, die fehlen, kosten dich rund 300 Höhenmeter in Eco.
- Wenn die Tour für einen Akku etwas zu lang ist, hilft ein zweiter, kleinerer. Der Bosch PowerMore ist ein Zusatzakku mit 250 Wh. Zu einem 800-Wh-Akku kommt damit fast ein Drittel dazu. Kläre vorher, ob er an dein Rad passt.
- Bald geht das Laden schneller. Bosch hat für Ende 2026 ein 12-Ampere-Ladegerät angekündigt. Laut Bosch lädt es etwa dreimal so schnell wie das 4-Ampere-Ladegerät. Ein 800-Wh-Akku soll damit in etwa einer Stunde auf 50 Prozent kommen.
Der zweite Akku bist du
Bis hierher ging es um den Akku. Aber ein E-Bike hat zwei Energiequellen: den Akku und dich. Der Motor hilft, treten musst du trotzdem. Das ist echter Sport. Mit Motor kommst du eben höher und weiter.
Eco schont den Akku, aber dann machen deine Beine den größten Teil der Arbeit. Wenn du dir also den Akku einteilst, teil dir auch deine eigene Energie ein. Auch die ist begrenzt.
Wie viel Arbeit das ist, zeigt der BIKE-Test von 2019, der Eco und Turbo verglichen hat. In Eco brachte der Fahrer rund drei Stunden lang 160 Watt aufs Pedal. Im Turbo waren es 130 Watt über 45 Minuten. In Eco kam er fast doppelt so hoch und leistete dabei insgesamt 4,6-mal so viel Arbeit. Die Energie dafür kommt vor allem aus Kohlenhydraten. Und davon können Muskeln und Leber nur rund 600 Gramm speichern.
Dein Körper hat keine Akkuanzeige
Der Akku zeigt dir in Prozent, was noch drin ist. Dein Körper nicht. Oft merkst du erst, dass du leer bist, wenn es schon ernst ist. Die Beine machen nicht mehr mit, und der Kopf auch nicht. Und dann kommt noch eine lange Abfahrt.
Geh mit deiner eigenen Energie also um wie mit dem Akku: lieber zu früh handeln als zu spät.
- Iss nach der Uhr. Warte nicht auf den Hunger. Iss in festen Abständen.
- Sag Bescheid, sobald du müde wirst. Wenn du mit Guide oder mit Freunden fährst: Spiel nicht den Helden. Auch wenn du nur ein bisschen müde bist, sag es.
- Wechsle den Modus etwas früher. Schalte in einen stärkeren Modus, bevor die Beine nicht mehr wollen. Natürlich nur, wenn der Akku dafür reicht.
So lädst du dich selbst auf
Es gelten dieselben Regeln wie beim Akku: vorher aufladen, unterwegs nachladen und nie auf null fahren.
- Am Vortag: aufladen. Iss den ganzen Tag über viele Kohlenhydrate: Nudeln, Reis, Brot und Kartoffeln. Und plane einen großen Anstieg nicht direkt nach einer anderen langen Tour. Um die Speicher wieder zu füllen, braucht dein Körper mindestens 24 Stunden Pause und kohlenhydratreiches Essen.
- Frühstück: zwei bis vier Stunden vor dem Start.
- Gut: Haferbrei oder Müsli, Toast mit Marmelade oder Honig, eine Banane oder Joghurt.
- Weniger gut: Wurst, Käse oder Rührei mit Speck. Fettes, schweres Essen wird langsam verdaut. Es liegt lange im Magen.
- Unterwegs: nachladen. Fang früh an zu essen, immer ein bisschen. Warte nicht, bis die Kraft weg ist. Eine gute Faustregel sind 30 bis 60 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde. Das sind ein bis zwei Bananen oder Energiegels. Eine mittelgroße Banane hat rund 27 Gramm Kohlenhydrate, ein Gel 20 bis 30. Bei einem langen Anstieg dürfen es eher 60 sein. Trink Wasser zum Gel. Und probiere am Tag eines großen Anstiegs nichts Neues aus.
- Wasser. Trink regelmäßig. An heißen Tagen gehören Elektrolyte ins Wasser – oder du nimmst gleich ein Sportgetränk mit.
- Nach der Tour: erholen. Jetzt ist Eiweiß dran: Fleisch, Fisch, Eier oder Quark, als Teil einer richtigen Mahlzeit. Unterwegs kommen die Kohlenhydrate zuerst, das Eiweiß kommt danach. 20 bis 40 Gramm Eiweiß in den ersten zwei Stunden helfen den Muskeln bei der Erholung.
Diese Tipps ersetzen keinen ärztlichen Rat. Wenn du Diabetes oder Herzprobleme hast oder Medikamente nimmst, sprich bitte vor der Tour mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über Belastung und Ernährung.
Spickzettel
- Lade am Vorabend alle Akkus auf 100 Prozent.
- Fahr den größten Teil des Anstiegs in Eco.
- Prüfe, wie viel Akku 100 Höhenmeter kosten.
- Plane 20 Prozent Akku als Reserve ein.
- Turbo erst am Schluss – und nur, wenn genug Akku da ist.
- Kläre, wo du laden kannst, und nimm ein Ladegerät mit.
- Iss Kohlenhydrate: am Vortag, zum Frühstück und unterwegs jede Stunde.
- Sag Bescheid, sobald du müde wirst.
Ein langer Anstieg ist machbar – wenn du mit Plan fährst.
So wurde gerechnet – und die Quellen
So wurde gerechnet
Dieser Teil ist für alle, die die Zahlen nachprüfen wollen. Die ganze Rechnung lässt sich mit einem Taschenrechner wiederholen.
Die Tests und Fahrten hinter diesem Artikel
- BIKE, 2024. Cube Stereo Hybrid ONE44, Motor Bosch Performance Line CX, Akku PowerTube 800. Turbo-Modus, Asphalt, im Schnitt 12,2 % Steigung. Der Fahrer brachte 150 Watt aufs Pedal und wog mit Ausrüstung 90 kg. Ergebnis: 2259 Höhenmeter.
- BIKE, 2019. Bosch-Motor, 400-Wh-Akku, im Schnitt 8,5 % Steigung. Turbo: 1110 Höhenmeter. Tour: 415 Höhenmeter mehr als Turbo. Eco: über 1000 Höhenmeter mehr als Turbo.
- Flow Mountain Bike, 2026. 800-Wh-Akku: rund 1900 Höhenmeter auf einer normalen Tour im Gelände. 600-Wh-Akku: 1767 Höhenmeter im Turbo auf Asphalt und 1400 bis 1500 Höhenmeter auf einer normalen Tour. Modus und Gewicht bei den normalen Touren sind nicht angegeben.
- Die Fahrt des Autors am Tremalzo: siehe oben, „Stimmt das auch in der Praxis?“.
So entsteht die Tabelle: die Zeile für 120 kg
- Gewicht. Im Test von 2024 lag das Gesamtgewicht bei rund 114 kg: 90 kg Fahrer und ein Rad mit rund 24 kg. Mehr Gewicht bedeutet weniger Höhenmeter, im umgekehrten Verhältnis. Für 120 kg: 2259 × 114 / 120 = 2146 Höhenmeter im Turbo.
- Modus. Im Test von 2019 schaffte Tour 1,374-mal so viele Höhenmeter wie Turbo, Eco mindestens 1,90-mal so viele. (Der Test sagt nur, dass Eco über 1000 Höhenmeter mehr schaffte. Gerechnet wird mit genau 1000.) Der ältere Motor gab aber weniger dazu: 50 % in Eco, 120 % in Tour und 300 % im Turbo. Der neue Motor gibt 60 %, 140 % und 340 % dazu. Der Akkuverbrauch folgt dem Anteil des Motors an der Arbeit. Beim älteren Motor waren das 33,3 %, 54,5 % und 75 %. Beim neuen sind es 37,5 %, 58,3 % und 77,3 %. Mit dieser Korrektur schafft Tour 1,324-mal so viele Höhenmeter wie Turbo: 1,374 × 54,5 / 58,3 × 77,3 / 75. Eco schafft 1,74-mal so viele: 1,90 × 33,3 / 37,5 × 77,3 / 75. Für 120 kg sind das 2841 Höhenmeter in Tour und 3734 Höhenmeter in Eco.
- Normale Touren. Der Test von 2024 lief auf Asphalt, mit gleichmäßigem Tempo, an einem steilen Anstieg. Eine normale Tour bringt weniger Höhenmeter. Flow Mountain Bike kam mit einem 800-Wh-Akku auf rund 1900 Höhenmeter, der BIKE-Test auf 2259. Das ist das 1,19-Fache. Mit einem 600-Wh-Akku kam Flow Mountain Bike auf Asphalt auf 1767 Höhenmeter und auf einer normalen Tour auf 1400 bis 1500. Asphalt brachte also das 1,18- bis 1,26-Fache. Die Rechnung teilt die Werte für Turbo, Tour und Eco aus den Schritten 1 und 2 durch 1,2. Das ergibt 1788 Höhenmeter im Turbo, 2368 in Tour und 3112 in Eco.
- Reserve. Von jedem Wert bleiben 80 %: 1430 Höhenmeter im Turbo, 1894 in Tour und 2490 in Eco. Auf 100 Höhenmeter gerundet sind das 1400, 1900 und 2500.
Was eine Annahme ist und keine Messung
- Der Test von 2024 nennt das Gewicht des Rads nicht. Gerechnet wird mit 24 kg: In der BIKE-Datenbank wiegt die Version HPC SLX 800 dieses Modells 24,2 kg. Jedes Kilogramm Unterschied ändert das Ergebnis um weniger als 1 %.
- Die Prozentwerte für Eco und Tour stammen aus dem Bosch-Datenblatt von 2021: 60 % und 140 %. Für den neuen Motor nennt eMTB-News 60 % für Eco. Das Maximum von 340 % steht in der Pressemitteilung von Bosch und bei BIKE.
- Der Test von 2019 nennt weder das Motormodell noch das Gewicht. Gerechnet wird mit den Prozentwerten des älteren Motors, weil der Test selbst dazu passt. Mit 300 % im Turbo und 120 % in Tour müsste Tour 1,375-mal so viele Höhenmeter schaffen wie Turbo. Im Test waren es 1,374-mal so viele. Dieselben Werte nennt Vojo Magazine für den älteren Motor: 50 % in Eco und 120 bis 300 % im eMTB-Modus.
- Die Korrektur für normale Touren stammt aus dem Vergleich mit den Fahrten von Flow Mountain Bike. Modus und Gewicht sind dort nicht angegeben. Es ist also ein Richtwert, keine exakte Zahl.
- Eco-Tests mit dem neuen Motor waren in öffentlichen Quellen nicht zu finden. Deshalb sind Eco und Tour aus dem Turbo-Wert berechnet.
- Für Tour+ stehen in diesem Artikel keine Zahlen. Je nach Quelle werden andere Werte genannt, und eine offizielle Angabe von Bosch für den neuen Motor war nicht zu finden.
Gegenprobe
- Laut Rechnung (Schritt 3) sind 1700 Höhenmeter in Eco bei 120 kg rund 55 % Akku: 1700 / 3112. Bei 125 kg sind es rund 57 %: 3112 × 120 / 125 = 2988 Höhenmeter, und 1700 / 2988. Bei der Fahrt des Autors, mit 120 bis 125 kg Gesamtgewicht, waren es 42 % – mit ausgeschaltetem Motor auf den flacheren Abschnitten.
- Die beiden BIKE-Tests passen grob zusammen. 1110 Höhenmeter mit einem 400-Wh-Akku wären 2220 Höhenmeter mit 800 Wh, und der Test von 2024 kam auf 2259. Die Bedingungen sind verschieden, es ist also nur eine grobe Gegenprobe.
Die übrigen Zahlen
- Anteile an der Arbeit. Bei 60 % Unterstützung gibt der Motor 60 Watt zu deinen 100 Watt dazu. Dein Anteil ist 100 von 160, also 62,5 %. Bei 140 % sind es 42 %, bei 340 % sind es 23 %. In Eco machst du 62,5 / 23 = 2,7-mal so viel von der Arbeit wie im Turbo.
- Akkuverbrauch pro 100 Höhenmeter. Teile 100 % Akku durch die Höhenmeter aus Schritt 3, in Hundertern gezählt. Für 120 kg in Eco: 100 / 31,1 = 3,2 %. Im Turbo: 100 / 17,9 = 5,6 %.
- 1000 Höhenmeter im Turbo. Bei 120 kg: 1000 / 1788 = 56 % Akku.
- 10 % Akku. In Eco bei 120 kg sind das 3112 × 0,1 = 311 Höhenmeter. Bei 140 kg sind es rund 270.
- Gewicht und Modus. Von 120 auf 140 kg sinken die Höhenmeter um 14 %. Von Eco auf Turbo sinken sie um 43 %.
- Laden. Ein halber 800-Wh-Akku in 2,6 Stunden, das sind 19 % pro Stunde: rund 10 % in einer halben Stunde und rund 5 % in 15 Minuten. Ein 750-Wh-Akku ist nach 6 Stunden voll, die zweite Hälfte dauert also 6 − 2,3 = 3,7 Stunden.
- Die Arbeit des Fahrers im Test von 2019. In Eco: 2110 Höhenmeter mit 8,8 km/h bei 8,5 % Steigung dauern 2,8 Stunden. 160 Watt × 2,8 Stunden = 448 Wh. Im Turbo: 130 Watt × 0,75 Stunden = 97,5 Wh. Das Verhältnis ist 4,6.
Quellen
Motor, Akku und Laden
- Bosch eBike Systems. Datenblatt Performance Line CX, Modelljahr 2021: Unterstützung in Prozent je Modus (die Datei liegt auf der Website von Velo de Ville)
- Bosch eBike Systems. Wovon die Reichweite abhängt (auf Englisch)
- Bosch eBike Systems. Ladegeräte und Ladezeiten (auf Englisch)
- Bosch, Pressemitteilung vom 30. September 2024. Neuer Performance Line CX: 85 Nm, 600 W, bis zu 340 % (auf Englisch, veröffentlicht bei Vital MTB)
- Bosch, Pressemitteilung vom 4. Mai 2026. Performance Upgrade 2.0 und 12-Ampere-Ladegerät
- BIKE, 2024. Test: Bosch Performance CX und Akku PowerTube 800 – englische Fassung
- BIKE, 2019. Reichweite des Bosch-Motors in den einzelnen Fahrstufen – englische Fassung
- BIKE, 2025. Update für den Bosch Performance CX: 100 Nm, 750 W, 400 %
- BIKE. Cube Stereo Hybrid ONE44 HPC SLX 800: Modelldaten
- Cube. Stereo Hybrid ONE22 Pro 800: Modelldaten (auf Englisch)
- Flow Mountain Bike, 2026. Test des Motors Bosch CX Gen 5 (auf Englisch)
- E-MOUNTAINBIKE Magazine, 2021. Bosch stellt den Modus Tour+ vor (auf Englisch)
- E-MOUNTAINBIKE Magazine, 2024. Test des Motors Bosch Performance Line CX Gen 5 (auf Englisch)
- eMTB-News, 2025. Test des Bosch-Updates: 100 Nm und 750 W
- Vojo Magazine, 2017. Der eMTB-Modus beim älteren Bosch-Motor (auf Französisch)
Ernährung
- Murray und Rosenbloom, 2018. Fundamentals of glycogen metabolism for coaches and athletes, Nutrition Reviews
- Jeukendrup, 2014. Carbohydrate Intake During Exercise, Sports Medicine
- Kerksick u. a., 2017. ISSN position stand: nutrient timing, Journal of the International Society of Sports Nutrition
- Sports Dietitians Australia. Pre-exercise Fuelling
- Australian Institute of Sport, 2021. Sports Gels: Faktenblatt
- University Hospitals. Banane, roh, mittelgroß: Nährwerte
Links geprüft am 8. und 9. Oktober 2026.